Photovoltaik für Eigenheim und Terrasse

Solarterrasse oder klassische Terrassenüberdachung?

Kurz beantwortet: Beide Varianten schützen die Terrasse vor Witterung. Eine Solarterrasse nutzt Photovoltaikmodule zugleich als Dacheindeckung und erzeugt Strom. Ob sie zum Haus passt, entscheidet sich nicht an einem pauschalen Quadratmeterpreis, sondern an Statik, Gestaltung, Verschattung, nutzbarem Solarstrom und Baurecht.

Solarterrasse von MAXX SOLAR mit Photovoltaikmodulen als Terrassendach
Wetterschutz und Stromerzeugung in einer Konstruktion: eine realisierte Solarterrasse von MAXX SOLAR.

Baurechtlicher Prüfstand für Thüringen: .

Gemeinsame Basis, unterschiedlicher Zusatznutzen

Eine klassische Überdachung und ein PV-Terrassendach schaffen einen geschützten Außenbereich. Der wesentliche Unterschied liegt in der Dacheindeckung und den zusätzlichen technischen Komponenten.

Merkmal Klassische Terrassenüberdachung Solarterrasse
Grundfunktion Wetter- und Sonnenschutz Wetter- und Sonnenschutz plus Stromerzeugung
Dacheindeckung Zum Beispiel Glas oder geeignete Kunststoffplatten Für die Überkopfverglasung geeignete PV-Module als Teil des Dachaufbaus
Lichtwirkung Je nach Material transparent bis blickdicht Je nach Modulaufbau lichtdurchlässig, teilverschattet oder blickdicht
Planung Konstruktion, Entwässerung und baurechtliche Einordnung Zusätzlich Elektrotechnik, Ertragsprognose, Netzanschluss und Registrierung

Welche Module eignen sich für eine Solarterrasse?

Die Auswahl richtet sich nicht nur nach Nennleistung. Unter einer Terrasse sind Lichtwirkung, bauaufsichtliche Verwendbarkeit, Glasaufbau, Befestigung und kontrollierte Entwässerung ebenso wichtig.

Semitransparente Module

Zwischen den Solarzellen kann Licht hindurchfallen. Wie hell es unter dem Dach bleibt, ist produkt- und belegungsabhängig und sollte anhand eines konkreten Moduls bemustert werden. Eine allgemeingültige Lichtdurchlässigkeit lässt sich nicht seriös für alle Systeme angeben.

Opake Module

Blickdichte Module erzeugen eine gleichmäßige Verschattung. Sie können sinnvoll sein, wenn maximale Helligkeit unter dem Dach kein Planungsziel ist.

Bifaziale Module

Bifaziale Module können auch Licht auf der Rückseite nutzen. Der tatsächliche Mehrertrag hängt unter anderem von Montage, Abständen und reflektierenden Flächen ab; er ist nicht automatisch höher als bei jeder anderen Ausführung.

Wann kann sich eine Solarterrasse lohnen?

Die nutzbare Fläche ist meist kleiner als bei einer voll belegten Dachanlage. Umso wichtiger ist, wann der Strom im Haushalt verbraucht wird. Haushaltsgeräte, Warmwasserbereitung, Wärmepumpe, Wallbox und ein Batteriespeicher können den Eigenverbrauch beeinflussen. Eine pauschale Aussage wie „20 Quadratmeter decken einen bestimmten Anteil des Jahresverbrauchs“ ist ohne Standort-, Modul- und Verbrauchsdaten nicht belastbar.

Für die Entscheidung sollten mindestens diese Werte individuell berechnet werden:

  • installierbare Modulleistung und standortbezogener Jahresertrag,
  • Verschattung sowie Ausrichtung und Neigung,
  • zeitlicher Stromverbrauch und realistischer Eigenverbrauch,
  • Mehrkosten gegenüber der ohnehin geplanten Dacheindeckung,
  • Wartung, Wechselrichter, Leitungsweg und gegebenenfalls Speicher.

Informationen zu regionalen Rahmenbedingungen finden Sie auf unserer Seite Photovoltaik in Thüringen. Wer Erzeugung und Verbrauch zeitlich besser zusammenbringen möchte, kann außerdem die Kosten und den Nutzen eines Batteriespeichers prüfen.

Was kostet eine Solarterrasse?

Ein belastbarer Preis entsteht erst aus dem konkreten Entwurf. Fläche allein reicht als Kalkulationsbasis nicht aus: Tragwerk, Fundament, Entwässerung, Modultyp, Wechselrichter, Leitungsweg, Gerüst- und Montageaufwand sowie mögliche Planungsnachweise wirken zusammen.

Für Thüringen gibt es auch bei einer eventuell erforderlichen Baugenehmigung keinen von uns verifizierten, projektunabhängigen Pauschalbetrag. Behördengebühren und Planungskosten sollten deshalb anhand des konkreten Vorhabens bei der zuständigen unteren Bauaufsichtsbehörde und den beteiligten Fachplanern abgefragt werden.

Baugenehmigung in Thüringen: 30 m² und 4 m Tiefe

Nach § 63 Thüringer Bauordnung sind Terrassenüberdachungen in Thüringen verfahrensfrei, wenn sie höchstens 30 m² Fläche und höchstens 4 m Tiefe haben und nicht im Außenbereich liegen. Beide Größengrenzen und die Lagevoraussetzung müssen eingehalten werden. Die verkürzte Aussage „bis vier Meter genehmigungsfrei“ reicht daher nicht aus.

Verfahrensfrei bedeutet, dass grundsätzlich kein reguläres bauaufsichtliches Verfahren durchlaufen wird. Es bedeutet nicht, dass alle anderen Regeln entfallen. Bebauungsplan, gemeindliche Satzungen, Abstandsflächen, Denkmalschutz, Standsicherheit und weitere öffentlich-rechtliche Anforderungen können das Projekt weiterhin beeinflussen.

Solaranlagen in, an und auf Dach- und Außenwandflächen sind nach § 63 Abs. 1 Nr. 3a ThürBO verfahrensfrei. Das macht aber eine nicht verfahrensfreie Unterkonstruktion nicht automatisch verfahrensfrei. Bei einer Solarterrasse sind deshalb PV-Anlage und Terrassendach jeweils in ihrer konkreten Ausführung zu prüfen.

Bestehende Terrassenüberdachung nachrüsten

Eine Nachrüstung kann technisch möglich sein, ist aber kein reines Aufschrauben von Modulen. Die vorhandene Konstruktion muss zusätzliche Eigen-, Wind- und Schneelasten sicher aufnehmen. Außerdem sind Dachabdichtung, Hinterlüftung, Kabelwege, Brandschutz und die zulässige Verwendung der Module zu klären. Eine fachliche Bestandsaufnahme sollte deshalb vor der Produktauswahl erfolgen.

Netzanschluss und Marktstammdatenregister

Auch eine kleine Solarterrasse ist energierechtlich eine Solaranlage. Anschluss und Messung werden mit dem Netzbetreiber abgestimmt. Nach Auskunft der Bundesnetzagentur muss jede Erneuerbare-Energien-Anlage innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme im Marktstammdatenregister registriert werden.

Solarterrasse ist nicht gleich großer Solar-Carport

Die Verfahrensfreiheit für eine kleine Terrassenüberdachung lässt sich nicht pauschal auf gewerbliche Parkplatzüberdachungen übertragen. Bei größeren Solar-Carports kommen je nach Projekt zusätzliche Anforderungen an Tragwerk, Brandschutz, Entwässerung, Stellplätze und Bebauungsplan hinzu. Wer Stromerzeugung und Ladeinfrastruktur auf einer Parkfläche verbinden möchte, findet dazu unseren Bereich Solar-Carport mit Ladesäule.

Häufige Fragen zur Solarterrasse

Bei einer Solarterrasse bilden geeignete Photovoltaikmodule die stromerzeugende Dacheindeckung. Eine klassische Überdachung schützt vor Witterung, erzeugt aber keinen Solarstrom.

Solarterrasse für Ihr Zuhause in Thüringen planen

Wir prüfen Fläche, Lichtwirkung, Statik, Solarertrag und Verbrauch gemeinsam und grenzen früh ab, welche Nachweise für Ihr Grundstück erforderlich sind.

Solarterrasse anfragen

Oder telefonisch unter 03622 40103210.

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